Alpenüberquerung Garmisch (Zugspitze) – Meran › Der Reisebericht

Zu Fuß über die Alpen wandern – über eine kaum frequentierte Route

Unser Bergwanderführer Franz führt jedes Jahr mit großer Freude unsere Gäste über die schöne Route von Garmisch nach Meran über die Alpen:

Hallo liebe Alpencrosser,Franz Wiesgigl

um es gleich vorweg zu nehmen: Egal auf welcher Route oder welchem Berg wir uns treffen, ich bin süchtig, denn nach jährlich einigen Alpenüberquerungen besteht immer noch keine Aussicht auf Heilung. 

Meine Sehnsucht nach Bergen hat nach gut 35 Jahren Bergführen eher noch zugenommen. Nein, es ist keine Bestandsaufnahme von vielen Wiederholungen, sondern immer wieder eine Erfüllung wie beim ersten Mal, mit einer neuen Gruppe in der Zahnradbahn zur Zugspitze zu sitzen.

Eindrucksvolle Stimmung bei der Alpenüberquerung

Zu erleben wie man sich mit positiver Erwartung aber viel Ungewissheit hinsichtlich der nächsten Tage gegenseitig beschnuppert.

Wie aus einem wild zusammengewürfelten Haufen von Gleichgesinnten im Nu ein schlagkräftiges Team entsteht. Man spürt das Glück und die Vorfreude eines jeden auf die bevorstehenden Tage. Abenteuer pur und viele grandiose Erlebnisse schweißen in Kürze eine Gruppe wie eine Großfamilie zusammen.

Abwechslungsreiche Wegstrecke

Am Zugspitzplatt angekommen geht’s gleich, abgesehen von einigen Gegenanstiegen, weit hinunter bis  fast zur Ehrwalder Alm und hinauf zur Coburger Hütte, wo uns Jürgen schon mit dem Abendessen empfängt. Für manche ist es die erste Hüttennacht, jedoch ideal zum Eingewöhnen hoch über dem Seebensee mit grandiosem Ausblick zur Zugspitze.

Nahe der Coburger Hütte

Über die Grünsteinscharte nach Arzkasten geht der Weg und ein Taxi bringt uns nach Lüsens, wo wir in einem schönen Berggasthaus bei Trudi und Alfred nächtigen. Unser Hauptgepäck ist auch schon da und wir können unseren kleinen 2-Tages-Rucksack auffrischen.

Auf dieser hochalpinen Wanderung  muss man immer alle Sinne beisammen haben. Manchmal geht es über Geröll und steiles Gelände und man muss sich voll auf die Füße konzentrieren. Auf– und Abstiege sind nicht immer ungefährlich und wenn man einen Schritt nach vorne tut, sollte man schon wissen wo der nächste Fußabdruck hingehört.

Das Gipfelerlebnis genießen

Die Hornbachscharte ist der Übergang am Tag drauf zur Franz-Senn-Hütte, der größten und komfortabelsten Hütte des ÖAV. Beate und Thomas geben sich beste Mühe für einen schönen Aufenthalt. Über den Schrimmennieder gelangen wir am nächsten Tag nach Ranalt, wo wir in einem schönen Berggasthof bei Ellen und Hans bleiben. Unser Hauptgepäck ist auch wieder da – Luxus pur, denn morgen müssen wir für den Gletscher wärmere Sachen einpacken. Beim noblen Dinner wird außerdem jedem Gast sein persönlicher Musikwunsch von Hans erfüllt.

Um nicht den nötigen Respekt  vor dieser Tour zu verlieren, gibt es genügend Gelegenheit auf alpine Gefahren und Wetterentwicklung hinzuweisen.

Zur Verbesserung der eigenen Trittsicherheit in solch einem alpinen Gelände gibt es außerdem viele Tipps vom Führer. Trotz aller Anstrengungen und ungeahnten Herausforderungen wird genügend Zeit auch zum Genießen und Verarbeiten von schönen Eindrücken verbleiben.

Hochmoor

Die letzte 2-Tages-Etappe beginnen wir mit der Stubaier Gletscherbahn, die uns auf das über 3000m hohe Schaufelnieder bringt. Wir queren einen Gletscher und steigen zur Hildesheimer Hütte ab, wo wir eine gemütliche Pause bei Elfriede und Gustl machen.

Weiter geht’s über das Gamsjoch zur Siegerland- Hütte, ein Juwel in einsamer Abgeschiedenheit und das mit Edeltraud und Raimund.

Von vielen Lebewesen am Wegesrand werden wir beäugt und je nach Laune und Verhalten sogar ausgepfiffen. Was man aus den Zapfen eines Zirben-Nadelbaumes so alles brauen kann, gibt’s allabendlich auf Hütten oder im Tal in allen Variationen zum Probieren – Genuss pur.

„Gemeinsam einsam wandern“

Die Ötzi-Fundstelle liegt nur 20 Km entfernt und St. Martin ist nicht mehr weit: Über viele geschichtliche Ereignisse  und sichtbare klimatische Veränderungen gibt es viel zu erzählen.

Die Windachscharte ist nach einer Stunde erreicht und vorbei am schönen Schwarzsee geht’s zur Karl-Scharte, der letzten Herausforderung vor dem Abstieg nach St. Martin am Schneeberg.

Südtiroler Luft, Pasta und Schneeberg-Nudeln stärken uns vor dem letzten Abstieg zum Taxi nach Meran.

Cappuccino und Gelati unter Palmen runden eine Woche voller schöner Erlebnisse ab, die sich aufs Positivste einprägen werden.

Bis bald

Euer Franz Wiesgigl

Wir freuen uns wenn Du diesen Beitrag teilst