Alpenüberquerung Watzmann – Drei Zinnen › Der Reisebericht

Zu Fuß über die Alpen wandern – ein lang gehegter Traum wird Wirklichkeit

So erging es unserem Wander-Gast Elmar auf der Alpenüberquerung vom Watzmann/Königssee zu den Drei Zinnen:

„Nach reiflicher Überlegung und Abwägung der möglichen Routen fiel die Entscheidung auf die Variante vom Königssee bis zu den Drei Zinnen mit den „Bergführern“. Unsere Gruppe traf sich am Königssee als Ausgangspunkt der Tour und wurde von Bergführer Franz nett und sympathisch in Empfang genommen. Es ging sofort los – unsere erste Etappe, der Königssee lag vor uns. Es waren nicht so viele Touristen als erwartet am Steg und so begann unsere Tour mit einem Bootstrip und einigen Gags vom Bootsführer der uns auch noch das berühmte Echo vom Königssee präsentierte. Anschließend begann unsere Bergtour über die „Saugasse“ zum berühmten Steinernen Meer.

Der schöne Königssee am Fuße des Watzmanns

Die Gruppe kam sich auf den vielen Serpentinen näher und war nach kurzer Zeit ein schlagkräftiges Team. Der Weg führte uns durch die idyllische Landschaft hinauf zum Kärlingerhaus, das als Alpenvereinshütte sehr gut besucht war. Das Bettenlager wurde bezogen, der Hüttenschlafsack ausgerollt und die Stirnlampe vorbereitet. Die Wirtsleute kredenzten eine kräftige Bergsteigermahlzeit als Belohnung für die ersten Kilometer unserer Tour.

Am darauffolgenden Tag waren wir schon früh auf den Beinen, Franz motivierte uns und wir warteten geduldig mit gepacktem Rucksack auf unser Frühstück. Der Blick nach draußen auf den Funtensee und seine Nebelschwaden war das erste Highlight des Tages. Danach ging‘s los… Wir wanderten durch das Steinerne Meer, eine außergewöhnliche Landschaft und waren begeistert von der Weite und der Ruhe um uns herum. Nach vielen Stunden und unzähligen Steinplatten trafen wir am Riemannhaus ein, machten kurz Pause, stiegen danach nach Maria Alm ab und wanderten bis zum Treffpunkt unseres ersten Shuttletransfers. Die Organisation war perfekt – wir trafen pünktlich ein, fuhren über Zell am See in Richtung Ferleiten auf die Glockner Hochalpenstraße und stiegen dann zu unserer nächsten Unterkunft ab.

Jede Etappe ein neues Highlight

Angekommen auf der Trauner Alm, ein Schmuckstück aus alten Tagen, wurden wir von pfiffigen kleinen Mädchen empfangen, welche sich sofort um die Bettenverteilung kümmerten. Der Abend war fantastisch – ein großer alter Speisesaal wurde für uns und eine zweite Gruppe vorbereitet, das Essen war wieder ein Höhepunkt und die Gruppe voll motiviert. So endete ein toller Tag unserer Tour.

Über die Nacht hinweg schlug das Wetter um und wir starteten unsere nächste Etappe mit Regenponcho, Mütze und Regenschirm. Wir waren trotzdem alle gut gelaunt und marschierten zielstrebig in Richtung Großglockner. Eine beeindruckende Landschaft, Nebel, Wolken und letztendlich der ersehnte Sonnenschein, belohnten uns für die Kilometer unserer Etappe. Angekommen am Glocknerhaus war zu lesen – „heute geschlossen“! Franz, unser Bergführer, ergriff die Initiative und erkundete die Lage. Es stellte sich heraus, dass dies nur für Tagesgeäste und keine Gruppen galt. Somit hatten wir als einzige Wandergruppe das Haus, die Zimmer, einen tollen Wintergarten mit Glocknerblick und die Gaststube für uns. Glücklicherweise gab es mehrere Duschen und warmes Wasser – die Stimmung stieg und ein toller Tag nahm sein Ende mit einem guten Glas Rotwein. :-)

Nach einem guten Frühstück zogen wir weiter in Richtung Süden. Es war noch früh am Tag und der Großglockner wollte sich noch nicht ganz zeigen. Wir stiegen, die den beiden Stauseen hinter uns lassend, zur Stockerscharte auf und wanderten einen Höhenweg zur Salmhütte. Die Natur war wie jeden Tag überwältigend und wartete immer mit neuen Überraschungen auf. Hinter einer Wegbiegung wurde es auf einmal ruhig –  da waren Sie, die Murmeltiere. Die ganze Familie, der „Bär“ und die „Katze“  sowie die „Affen“, zog alle ambitionierten Fotografen in ihren Bann. Ein Stück weiter kamen noch viele Stellen mit Edelweis und Steinböcken – kaum zu glauben. Franz führte uns durch die herrliche Landschaft und da war er – der Großglockner – fast schon kitschig – blauer Himmel, ein Massiv mit grünem Gestein und als Kontrast der Gletscherschnee welcher in der Sonne strahlte. Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter zum idyllisch gelegenen Lucknerhaus, eine neu erbaute „Herberge“, welche keinen Wunsch offen ließ.

Der nächste Tag begann nach einem kurzen Abstieg ins Tal mit dem Transfer ins Defreggental. Dort ankommen, ging es mit der Seilbahn und dem Sessellift auf die Moseralm als Ausgangspunkt für die aktuelle Etappe. Man konnte allmählich Südtirol spüren, es wurde wärmer, die Almwiesen wurden mehr, die Sonne zeigte sich nun ständig und der Weg führte zielstrebig nach Süden. Wir mussten noch einige Herausforderungen meistern – es ging wieder hoch hinauf auf die Ochsenlenke. Nach vielen Kilometern und Höhenmetern stiegen wir ins Innervillgrater Tal ab und fuhren einige Meter mit einem Shuttlebus zur nächsten Unterkunft, einem typischen Südtiroler Bauernhof im Hochpustertal. Wie schon so oft auf der Tour hatten wir schöne Zimmer, ein sonniges Plätzchen zum Verweilen und ein Weißbier als Durstlöscher. Die Nacht kam über das Bergdorf, wir waren nun schon den 5. Tag auf Tour und hatten den Eindruck, schon mehrere Wochen unterwegs zu sein.

Die Gedanken waren nur bei der Alpenüberquerung, den Bergen und der Gruppe – das nennt sich Urlaub!

Am nächsten Morgen gegen 5:30 klingelte energisch der Wecker im Zimmer und der Rucksack wurde wieder gepackt.

Heute war es so weit – Südtirol wir kommen!

Der Treck setzte sich wieder in Bewegung, vorbei an idyllischen Wiesen und einem Schmugglersteig in Richtung Toblacher Pfannhorn. Das sollte der Übergang ins Pustertal werden und unsere Eintrittskarte zu den Dolomiten.

Nach vielen Höhenmetern standen wird auf dem Pfannhorn und erblickten nach Süden die Dolomiten und schemenhaft die Drei Zinnen.

In Richtung Norden waren das Degenhorn zu sehen und dahinter das Glocknermassiv.

Es war einfach beeindruckend – die  Berge im Norden zeigten zu unserem Ausgangspunkt und markierten den langen Weg unserer Alpenüberquerung! 

Aber der Höhepunkt sollte n

Magische Drei Zinnen

och kommen. Wir kehrten auf der Bonner Hütte ein, hatten den ersten Platz im Kino der Dolomiten gelöst und stiegen nach kurzer Rast und einem Kaiserschmarrn ins Pustertal ab. Ein langer „Hatscher“ – und endlich war unser Treffpunkt mit dem Shuttlebus, zum Transfer in Richtung Innerfeldtal, da. Nach kurzer Zeit und einer Fahrt durch Toblach kündigte sich der letzte Abschnitt der heutigen Tour an – der Weg zur idyllisch gelegenen Drei Schusterhütte. Wir waren kurz vor unserem Ziel und spürten die Dolomiten hautnah. Beindruckend waren die greifbar nahen Gipfel um die Hütte und der Sonnenuntergang in den Sextner Dolomiten.

Über die Nacht kam etwas Regen auf und wir hatten am kommenden Morgen zum Start unserer letzten Etappe anfänglich Nebel am Berg und Wolken am Himmel. Der Aufstieg über das Innerfeldtal war sehr schön und die hinter uns nachkommenden Nebelschwaden ließen einen fast mystischen Eindruck entstehen. Franz motivierte die Gruppe und überzeugte alle, dass das Wetter in Kürze aufklart und wir eine fantastische und klare Sicht auf die Drei Zinnen haben werden. Ja – gesagt, getan – die Sonne kam, der Himmel war wolkenlos und nach einigen Höhenmetern standen sie in voller Pracht da – die Drei Zinnen.

Unsere Rast traten wir auf einer Anhöhe, gegenüber den Drei Zinnen an und waren von dem beindruckenden Felsmassiv überwältigt.

Jeder war für einige Minuten mit sich beschäftigt und ließ das Szenario auf sich einwirken.

Wir hatten es geschafft – unsere Gruppe hat die Alpenüberquerung erfolgreich und gesund gemeistert! Jetzt fehlte nur noch das Gruppenfoto mit den Drei Zinnen. Mit vollem Einsatz wurde vor der Kulisse der Dolomiten das Beweisfoto geschossen und veröffentlicht. Eine Woche voller Strapazen löste sich in einem Gefühl der Zufriedenheit und Begeisterung auf. Die letzten Meter zur Drei Zinnenhütte und dem Rifugio Auronzo waren nun noch zu meistern. Beflügelt von dem Eindruck der Drei Zinnen, den Pfeilern und Gipfel der Dolomiten wanderten wir zum Rifugio und genossen zum Abschluss nochmals Spaghetti al Pomodoro und Gläschen Wein.

Unser Shuttlebus nach Berchtesgaden wartete währenddessen schon auf dem Parkplatz. Wir waren alle begeistert von der Alpenüberquerung und legten unsere Rücksäcke in die beiden Shuttlebusse.

Vor der Abfahrt blickten wir nochmals zurück auf die Drei Zinnen und waren doch froh, nach einer Woche Alpenüberquerung, bequem im Bus den Rückweg antreten zu können.

Nach einigen Stunden und einer schönen Fahrt landeten wir wieder am Königssee und dem Ausgangspunkt. Das Wetter war schön, ich hatte noch etwas Zeit bis zur Heimfahrt und ging nochmals zum Anlegesteg der Schiffe am Königssee. Bei einem letzten Weißbier, vor beindruckender Kulisse, lief die Woche nochmals als Film ab und wirkt bis heute noch nach.

Vielen Dank für die tolle Woche an unseren Bergführer Franz, das Team der Bergführer und an unsere Gruppe vom „Zirbentrail 2017“.“

Euer Elmar Schinagl

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