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Alta via del Granito – Alter Granitweg

Die Hüttenschnuppertour Alta via del Granito führt uns auf einem faszinierenden Rundweg durch die beeindruckende granitische Gruppe der Asta- und Ravaspitzen sowie der Lagoraikette.

Reisebericht Alta via del Granito

Diese Tour habe ich (Anne) vom Team die Bergführer im Jahr 2023 entdeckt, als ich nach einer moderaten Hüttentour mit Genussfaktor gesucht habe. Da mein Partner im Vergleich zu mir leider kein leidenschaftlicher Bergsportler ist, suchte ich nach einer spannenden, lohnenden und nicht allzu schweren Tour. „Tada“, da kam mir die perfekte Tour, die Alta via del Granito.

So machten wir uns im Juni 2023 auf den Weg, leider kamen wir aber nur bis zum Ende der ersten Etappe mit Übernachtung im Rifugio Caldenave. Die Knieprobleme meines Partners und ein bevorstehender Sturm mit Starkregen, bereiteten der Tour leider ein schnelles Ende.

Da mir die unvollendete Tour auch wochenlang später noch keine Ruhe ließ, nahm ich mir vor, sie in 2024 zu wiederholen. So kam es, dass ich die Tour im Juli 2024 mit 4 meiner Freunde erneut gehen und diesmal auch zu Ende bringen konnte.

Tag 1: Malga Sorgazza – Rifugio Caldenave

Zugegeben, eine Anreise von knapp 5 Stunden klingt erstmal nicht sehr reizvoll, ist es aber absolut Wert. Zum einen, weil die Tour es Wert ist, denn landschaftlich, geschichtlich und mit wenig menschlichen Begegnungen ist die Tour wohl kaum zu toppen. Zum anderen liegt Sie mitten in der Lagorai, keine 2 Stunden vom Gardasee entfernt.

Gestartet wird am großen kostenfreien Parkplatz der Malga Sorgazza. Hier kommt man tatsächlich leider nur mit dem Auto hin, da die Hütte bereits sehr abgelegen mitten in der Natur liegt. Direkt ab Start der Tour, wanderten wir in sanften Serpentinen durch den Wald bis zu einem Speichersee, wo wir unsere erste kleine Pause einlegten. Umgeben von eindrucksvollen Bergen und einigen kleinen Seen kamen wir aus dem staunen kaum raus. Die unberührte Natur sprießt nur so, das Gras ist grellgrün, schon fast ein wenig unwirklich. Unterwegs entdeckten wir immer wieder kleinere Höhlen, die während des ersten Weltkriegs zum Schutz aufgebaut wurden und bis heute bestehen geblieben sind. Wir treffen während der gesamten Tour nur wenige Menschen, die Stille um uns herum ist schon fast betäubend.

Wir steigen so langsam hinab ins Torfmoor, die Hütte ist auch nach guten 4 Stunden nicht zu sehen. Als wir aus dem Wald heraus ins offene Moor laufen, entdecken wir die Hütte, die nun mehr einen Katzensprung von uns entfernt liegt.

Die Hütte hat gerade einmal 18 Schlafplätze, weshalb sich automatisch ein kleines familiäres Ambiente einstellt. Wir lassen uns von der italienischen Gastfreundschaft mitreißen und lassen den Abend entspannt ausklingen.

Tag 2: Rifugio Caldenave – Rifugio Cima d´ Asta

Der Vorteil einer kleinen Hütte ist definitiv auch der, dass man ziemlich entspannt schlafen kann, so waren wir heute ausgeruht und fit. Dieser Teil der Tour war neu für mich, so dass ich mich besonders darauf gefreut habe. Auch heute ist außer der zwitschernden Vögel um uns herum nichts zu hören. Wir wandern entlang schmaler Pfade mit Blumenvielfalt soweit das Auge reicht. Heute haben wir einige Seen

auf unserer Strecke, so dass eine kleine Abkühlung zur Mittagszeit Pflicht ist. Auch die Überbleibsel aus Kriegszeiten begleiten uns heute wieder, die Hütten sind teilweise sogar renoviert und auch heute noch „Einsatzfähig“. Nach unserer Mittagspause ziehen Wolken auf und unsere Sicht verschwindet so nach und nach. Wir denken uns, der Weg ist das Ziel und stapfen weiter auf den gemütlichen Pfaden. Am Socede Paß angekommen, reißen die Wolken endlich wieder ein bisschen auf.

Ab hier steigen wir auf großen Felsbrocken entlang bis zu unserer nahegelegenen Hütte der Rifugio Cima d´ Asta. Bevor wir in der Hütte einchecken, ist es Pflicht, noch ein Bild von dem See direkt vor der Hütte und der Aussicht auf den höchsten Gipfel der Gebirgsgruppe der Cima d´Asta zu machen. Diese Unterkunft ist mit 50 Übernachtungsplätzen etwas größer, aber auch hier trifft man hauptsächlich auf Einheimische, die sich zum Klettern an der großen Westwand der Cima d´Asta verabredet haben. Auf dieser Hütte werden wir kulinarisch mit mehreren Gängen verwöhnt. Da wir am nächsten Morgen eine Sonnenaufgangstour auf die Cima d´Asta geplant haben, machen wir uns schnell auf den Weg ins Lager.

Tag 3: Rifugio Cima d´Asta – Cima d´Asta – Malga Sorgazza

Der 3. und somit leider schon wieder letzte Tag unserer Tour beginnt mit einer wunderschönen Sonnenaufgangstour zur Cima d´Asta. Insgeheim sind wir alle froh, als der Wecker um 4 Uhr klingelt, da die Nacht durch ein paar extrem laute Schnarcher für uns sehr durchwachsen war. Völlig alleine wandern wir im dunkeln unter Millionen von Sternen entlang auf dem spannenden und Abwechslungsreichen Weg zum Gipfel, vorfreudig darauf wie uns die Sonne heute begrüßen wird. Es ist noch etwas kalt, aber nach ein paar Schritten, kommen wir schnell auf „Betriebstemperatur“. Der Himmel färbt sich zunehmen in buntes Licht. Jetzt heißt es dranbleiben, dass wir nicht die ersten Sonnenstrahlen verpassen. Wir queren einige Restschneefelder und steigen in leichter Kletterei zum Gipfel hinauf. Pünktlich als sich die Sonne zeigt, stehen wir, komplett alleine auf dem Gipfel der Cima d´Asta. Das Licht wirft Schatten auf die darumliegenden Berge, die Stimmung ist gigantisch. Noch ein kurzer Blick in das kurz unter dem Gipfel liegende Biwak und schon geht es wieder Richtung Abstieg. Ein großes Zeitfenster haben wir nicht, denn wir wollen pünktlich zum Frühstück wieder an der Hütte sein.

Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns bereit für den Abstieg. Erst über Steinplatten und im Anschluss über einen schmalen, steilen Steig bewegen wir uns Richtung Tal. Der Weg ist mit niedlichen, holzgeschnitzten Murmeltieren geschmückt, so dass es immer einen Grund für eine kurze Fotopause gibt. Gute 2,5 Stunden später haben wir unseren Startpunkt an der Malga Sorgazza wieder erreicht. Nach einem erfrischenden Getränk machen wir uns auf den Heimweg, bei dem ein Badestopp am Caldonazzo See nicht fehlen darf, denn im Tal ist es deutlich wärmer als hier oben.

Fazit:
Eine wunderschöne Tour in der Lagorai, die geografisch gesehen zu den Dolomiten zählt. Wenn man die Einsamkeit gepaart mit geschichtlichen Entdeckungen und einem Naturparadies erleben will, ist man hier genau richtig. Die Hütten sind urig und ursprünglich typisch Italienisch. Durch die Nähe zum Gardasee und Caldonazzosee kann man die Tour wunderbar mit ein paar Tagen Entspannung verbinden.
Für eine individuelle Beratung meldet Euch gerne direkt bei mir (Anne) vom Team „DIE Bergführer“.

Ich freue mich über Eure Anrufe ;).

Alta via del Granito

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